Wärmepumpentarif: eigener Zähler, Steuerung und Netzentgelt
Ein Wärmepumpentarif ist günstiger, weil der Netzbetreiber die Anlage im Notfall drosseln darf. Ob sich dafür ein zweiter Zähler lohnt, hängt vom Verbrauch ab.
Nachgerechnet von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Lohnt sich der eigene Zähler?
Ersparnis im Jahr
474 €
| Preisabstand | 11 ct/kWh |
| Ab diesem Verbrauch lohnt es sich | 0 kWh |
Tragen Sie Einbau und Grundpreis des zweiten Zählers aus dem Angebot Ihres Netzbetreibers ein.
Ein Wärmepumpentarif ist ein Heizstromvertrag, der günstiger ist als Haushaltsstrom, weil der Netzbetreiber die Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG bei drohender Überlastung drosseln darf. Laut Bundesnetzagentur zahlten Wärmepumpen mit eigenem Zähler am 1. April 2025 im Mittel 27,44 ct je kWh, an einem gemeinsamen Zähler mit dem Haushalt 31,70 ct. Haushaltsstrom kostete im ersten Halbjahr 2026 laut Destatis 37,97 ct. Der Abstand zum eigenen Zähler beträgt 10,53 ct je kWh. Ein Haus mit 120 m² in Klasse D in Sachsen braucht mit einer Luft-Wärmepumpe rund 3.621 kWh Strom im Jahr und spart mit eigenem Zähler 381 € gegenüber Haushaltsstrom. Davon gehen Einbau und Grundpreis des zweiten Zählers ab. Kostet er zum Beispiel 150 € im Jahr, lohnt er sich ab 1.425 kWh. Seit 2024 ist der separate Zähler keine Pflicht mehr, er ist aber Voraussetzung für das Netzentgelt-Modul mit reduziertem Arbeitspreis.
Was einen Wärmepumpentarif ausmacht
Ein Wärmepumpentarif ist ein Heizstromvertrag. Die Bundesnetzagentur beschreibt ihn so: Gesonderte Tarife für Wärmepumpen und Nachtspeicher setzen in der Regel voraus, dass eine steuerbare Verbrauchseinrichtung im Sinne des § 14a EnWG vorliegt. Weil der Netzbetreiber den Verbrauch unterbrechen oder drosseln kann, fallen geringere Netzentgelte an, dazu eine niedrigere Konzessionsabgabe als bei gewöhnlichem Haushaltsstrom. Gemessen wird entweder über einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe, häufig ein Zweitarifzähler mit Hoch- und Niedertarif, oder gemeinsam mit dem Haushaltsstrom über einen Doppeltarifzähler.
| Messung | Preis je kWh | Abstand zum Haushaltsstrom | Ersparnis bei 3.621 kWh |
|---|---|---|---|
| Eigener Zähler für die Wärmepumpe | 27,44 ct | 10,53 ct | 381 € |
| Gemeinsamer Zähler, Heizstromtarif | 31,70 ct | 6,27 ct | 227 € |
| Haushaltsstrom ohne Heizstromtarif | 37,97 ct | 0 ct | 0 € |
Der niedrigere Preis mit eigenem Zähler hat einen gesetzlichen Grund: Für Wärmepumpenstrom über einen eigenen Zählpunkt entfallen nach § 22 EnFG die KWK-Umlage und die Offshore-Netzumlage. Die Zahlen der Bundesnetzagentur sind Durchschnitte über viele Lieferanten und stammen aus der Zeit vor den 2026 gesunkenen Netzentgelten. Mehr zu den Preisen und ihrer Herkunft unter Strompreis Wärmepumpe.
Was § 14a EnWG regelt
§ 14a des Energiewirtschaftsgesetzes nennt Wärmepumpen ausdrücklich als Beispiel für steuerbare Verbrauchseinrichtungen, neben nicht öffentlich zugänglichen Ladepunkten für Elektroautos, Anlagen zur Kälteerzeugung, Stromspeichern und Nachtspeicherheizungen. Er erlaubt der Bundesnetzagentur, bundesweit festzulegen, wie Netzbetreiber diese Geräte steuern dürfen und wie stark das Netzentgelt im Gegenzug sinkt. Ist am Zählpunkt ein intelligentes Messsystem eingebaut, läuft die Steuerung über das Smart-Meter-Gateway. Nach dem Monitoringbericht schreibt das Messstellenbetriebsgesetz den Einbau eines intelligenten Messsystems auch für Verbraucher mit einer Vereinbarung nach § 14a vor.
Die Festlegungen der Bundesnetzagentur gelten seit dem 1. Januar 2024. Neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen oberhalb einer bestimmten Anschlussleistung müssen sich seitdem dimmen lassen: Droht der örtliche Netzstrang überlastet zu werden, darf der Netzbetreiber den Strombezug vorübergehend bis auf eine festgelegte Mindestleistung senken. Ganz abschalten darf er nicht. Im Gegenzug darf er neue Wärmepumpen nicht mit Verweis auf knappe Kapazität vom Netz fernhalten. Wärmepumpen, die vor 2024 ohne Steuerungsvereinbarung in Betrieb gingen, bleiben dauerhaft ausgenommen.
Drei Module für das Netzentgelt
| Modul | Was es bringt | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Modul 1 | pauschale Reduzierung des Netzentgelts im Jahr | keine, wird automatisch gewährt |
| Modul 2 | reduzierter Arbeitspreis des Netzentgelts für die Wärmepumpe | separater Zähler, nicht mit anderen Modulen kombinierbar |
| Modul 3 | zeitvariable Netzentgelte | seit April 2025, nur zusammen mit Modul 1 |
Die Beträge unterscheiden sich je nach Netzbetreiber, die aktuellen Werte für Ihr Netzgebiet nennt Ihnen Ihr Netzbetreiber. Die Bundesnetzagentur nennt Modul 2 als besonders geeignet für Wärmepumpen, weil ein Abschlag auf jede kWh bei hohem Verbrauch stärker wirkt als eine Pauschale. Wer wenig verbraucht, etwa in einem gut gedämmten Haus, fährt mit Modul 1 oft einfacher. Den eigenen Verbrauch schätzen Sie mit Wärmepumpe Stromverbrauch.
Wann der zweite Zähler sich rechnet
Ein eigener Zähler kostet Geld: einmalig für Zählerplatz und Elektroarbeiten, laufend für Messstellenbetrieb und einen zweiten Grundpreis. Amtliche Durchschnittswerte dafür gibt es nicht, die Beträge stehen im Angebot des Elektrobetriebs und im Preisblatt des Messstellenbetreibers. Die Ersparnis lässt sich dagegen aus dem Verbrauch rechnen: 10,53 ct je kWh gegenüber Haushaltsstrom.
| Strom der Wärmepumpe im Jahr | Ersparnis brutto | nach angenommenen 150 € Zählerkosten |
|---|---|---|
| 3.000 kWh | 316 € | 166 € |
| 4.500 kWh | 474 € | 324 € |
| 6.000 kWh | 632 € | 482 € |
| 9.000 kWh | 948 € | 798 € |
Die Zählerkosten von 150 € im Jahr sind ein Rechenbeispiel, keine amtliche Zahl. Tragen Sie im Rechner oben Ihren eigenen Betrag ein, dann zeigt er die Ersparnis und den Verbrauch, ab dem es sich lohnt. Eine Erdwärmepumpe mit der gemessenen Jahresarbeitszahl von 4,3 verbraucht weniger Strom als eine Luft-Wärmepumpe mit 3,4 (Fraunhofer ISE), bei ihr liegt die Schwelle deshalb näher.
Was Ihr Wärmepumpenstrom kostet
Mit eigenem Zähler
1.235 €
| Ein Zähler (32 ct) | 1.427 € |
| Haushaltsstrom (38 ct) | 1.709 € |
Durchschnittspreise mit Grundpreis: Bundesnetzagentur (April 2025), Destatis (1. Halbjahr 2026).
Vor dem Einbau klären
Ob der Zähler getrennt wird, entscheidet sich am besten mit der Planung der Wärmepumpe, weil der Zählerschrank dann ohnehin geöffnet wird. Fragen Sie den Elektrobetrieb nach dem Platz für einen zweiten Zähler, den Netzbetreiber nach den Modulen und ihrem Preisblatt, und den Stromlieferanten nach einem Heizstromtarif an Ihrer Adresse. Wie der Strompreis die gesamten Heizkosten verschiebt, zeigt Heizkosten Vergleich; die Anschaffung samt Zuschuss rechnet Wärmepumpe Kosten, den Betrieb mit Ihren Werten der Wärmepumpe Rechner. Haushaltsstrompreise stammen vom Statistischen Bundesamt.