Wärmepumpe oder Gasheizung: der Vergleich nach Betrieb, CO₂ und Gesetz
Beide Heizungen sind seit dem 29. Juli 2026 wieder gleichrangig erlaubt. Der Unterschied liegt bei den laufenden Kosten, beim CO₂-Preis, bei der Biogaspflicht und beim Zuschuss.
Nachgerechnet von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Gas oder Wärmepumpe im Jahr
Wärmepumpe spart im Jahr
1.054 €
| Gasheizung | 2.316 € |
| Wärmepumpe | 1.262 € |
| Strom der Wärmepumpe | 4.600 kWh |
Gas 12 ct, Wärmepumpenstrom 27 ct, JAZ 3.
Ob Wärmepumpe oder neue Gasheizung, entscheidet seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz nicht mehr eine Prozentvorgabe, sondern die Rechnung. Für einen Haushalt, der heute 20.000 kWh Gas im Jahr verbraucht, kostet die Gasheizung zum Destatis-Durchschnittspreis von 11,58 ct je kWh 2.316 € im Jahr. Eine Luft-Wärmepumpe mit der im Bestand gemessenen Jahresarbeitszahl von 3,4 braucht für dieselbe Wärme 4.600 kWh Strom und kostet im Wärmepumpentarif 1.262 €. Das sind 1.054 € weniger im Jahr. Dazu kommen drei Punkte, die nur die Gasheizung betreffen. Sie stößt rund 3.628 kg CO₂ im Jahr aus, deren Preis ab 2028 im europäischen Emissionshandel ohne festen Korridor gebildet wird. Eine nach dem 29. Juli 2026 eingebaute Gasheizung muss ab 2029 10 % und ab 2040 60 % ihrer Wärme aus Biomethan oder Wasserstoff decken (§ 43 GModG). Und nur die Wärmepumpe wird gefördert: Ersetzt sie eine 25 Jahre alte Gasheizung, erhält ein Haushalt mit 75.000 € Einkommen 12.880 €.
Gleich erlaubt, ungleich teuer
Bis zum 28. Juli 2026 musste eine neue Heizung nach dem Gebäudeenergiegesetz ab bestimmten Fristen zu 65 % mit erneuerbarer Energie arbeiten. Das Gesetz vom 23. Juli 2026 hat diese Vorgabe gestrichen. Heute steht die Gasheizung im Katalog des § 42 GModG neben der Wärmepumpe, beide sind zulässig. Die Entscheidung verschiebt sich damit vom Gesetz in die eigene Kalkulation, und dort laufen vier Posten auseinander: der Brennstoff, der CO₂-Preis, die Pflicht zu grünem Gas und der Zuschuss.
Der Betrieb im Vergleich
Ausgangspunkt ist der Verbrauch auf der Gasrechnung. Daraus rechnet der Motor die Wärme, die das Haus tatsächlich braucht, und teilt sie bei der Wärmepumpe durch die Jahresarbeitszahl aus der Feldmessung des Fraunhofer ISE. Für 20.000 kWh Gas im Jahr:
| Heizung | Energie im Jahr | Kosten im Jahr | CO₂ im Jahr |
|---|---|---|---|
| Gasheizung, 11,58 ct/kWh | 20.000 kWh Gas | 2.316 € | 3.628 kg |
| Luft-Wärmepumpe, JAZ 3,4 | 4.600 kWh Strom | 1.262 € | 0 kg am Haus |
| Erdwärmepumpe, JAZ 4,3 | 3.637 kWh Strom | 998 € | 0 kg am Haus |
Bei gleichbleibenden Preisen spielt die Luft-Wärmepumpe in zehn Jahren 10.538 € gegenüber der Gasheizung ein. Ist sie nach Abzug des Zuschusses um weniger als diesen Betrag teurer als eine neue Gasheizung, rechnet sie sich in diesem Zeitraum. Ihre eigenen Zahlen setzt der Wärmepumpe Rechner ein.
Der CO₂-Preis: Korridor 2026, danach offen
Auf jede kWh Gas wird ein CO₂-Preis erhoben. Für 2026 gilt nach § 10 BEHG ein Korridor von 55 € bis 65 € je Tonne, die Versteigerungen lagen im Schnitt bei 65 €. Das entspricht rund 1,40 ct je kWh mit Mehrwertsteuer. Für 2027 hat der Bundestag am 15. Oktober 2026 denselben Korridor beschlossen; das Gesetz ist aber noch nicht verkündet. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude gelten, ohne festen Preis. Wie sich der Preis dann entwickelt, weiß niemand. Die folgenden Werte sind Szenarien, keine Prognose:
| CO₂-Preis je Tonne | Mehrkosten Gas im Jahr |
|---|---|
| 100 € | 151 € |
| 150 € | 367 € |
| 200 € | 583 € |
Die Wärmepumpe trägt diesen Aufschlag nicht, ihr Risiko liegt beim Strompreis. Den Stand der Diskussion um 2027 und 2028 fasst CO₂-Preis 2027 zusammen.
Die Biotreppe für neue Gasheizungen
Wer sich für eine neue Gasheizung entscheidet, übernimmt eine Pflicht aus § 43 GModG: Ein wachsender Teil der Wärme muss aus Biomethan, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff kommen. Für den Haushalt mit 20.000 kWh im Jahr bedeutet das:
| Ab | Pflichtanteil | Grünes Gas im Jahr | Je Cent Aufpreis |
|---|---|---|---|
| 1. Januar 2029 | 10 % | 2.000 kWh | 20 € |
| 1. Januar 2030 | 15 % | 3.000 kWh | 30 € |
| 1. Januar 2035 | 30 % | 6.000 kWh | 60 € |
| 1. Januar 2040 | 60 % | 12.000 kWh | 120 € |
Pflichtanteil Ihrer neuen Gasheizung
Pflichtanteil ab 2030
15 %
| Grünes Gas im Jahr | 2.700 kWh |
| Mehrkosten bei Ihrem Aufpreis | Aufpreis eintragen |
Gilt für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29.07.2026 eingebaut werden.
Wer die Pflicht nicht über den Gastarif erfüllen will, kann laut Gesetz unter anderem eine Wärmepumpe mit mindestens 30 % der Kesselleistung dazustellen. Ältere Gasheizungen, die vor dem 29. Juli 2026 liefen, betrifft die Treppe nicht. Die Einzelheiten zu Ausnahmen und Fristen bei einem Ausfall stehen unter Gasheizung Verbot.
Wo die Rechnung unsicher ist
Drei Annahmen tragen den Vergleich, und keine ist fest. Erstens die Jahresarbeitszahl: In der Messung lagen Luft-Wasser-Anlagen zwischen 2,6 und 4,9, im Beispiel heißt das 876 € bis 1.651 € Strom im Jahr. Zweitens der Wärmepumpentarif: Die Zahl der Bundesnetzagentur stammt vom 1. April 2025, eine neuere amtliche Erhebung gibt es nicht. Drittens der Gaspreis, ein Durchschnitt aller Verträge mit Grundpreis, der Ihren eigenen Tarif nicht genau trifft. Setzen Sie im Rechner oben Ihren Verbrauch und ein eigenes CO₂-Szenario ein. Ob in Ihrer Straße ein Wärmenetz geplant ist, verpflichtet seit dem 29. Juli 2026 zu nichts mehr, kann aber eine dritte Möglichkeit eröffnen.
Zuschuss und Vermietung
Für die Wärmepumpe zahlt die KfW mindestens 30 % von bis zu 28.000 € förderfähigen Kosten, für eine Gasheizung nichts (Richtlinie vom 17. August 2026). Im Beispiel, Angebot 32.000 €, alte Gasheizung 25 Jahre, Einkommen 75.000 €, sind es 12.880 €, weil der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % hinzukommt. Den genauen Betrag für Ihren Fall rechnet Wärmepumpe Förderung. Wer vermietet, muss nach dem Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz bei einer neuen Gasheizung ab 2028 die Hälfte der CO₂-Kosten tragen, bei einer Wärmepumpe entfällt dieser Posten. Den Anteil nach dem Stufenmodell für bestehende Heizungen zeigt der Aufteilungsrechner.