Strompreis für die Wärmepumpe: die amtlichen Zahlen
Der Strompreis entscheidet, wie viel eine Wärmepumpe im Betrieb kostet. Zwei Behörden veröffentlichen Durchschnittswerte, die man richtig lesen muss.
Nachgerechnet von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Was Ihr Wärmepumpenstrom kostet
Mit eigenem Zähler
1.235 €
| Ein Zähler (32 ct) | 1.427 € |
| Haushaltsstrom (38 ct) | 1.709 € |
Durchschnittspreise mit Grundpreis: Bundesnetzagentur (April 2025), Destatis (1. Halbjahr 2026).
Für den Strompreis einer Wärmepumpe gibt es zwei amtliche Quellen. Die Bundesnetzagentur hat für den 1. April 2025 die Heizstromtarife erhoben: Wärmepumpen mit eigenem Zähler zahlten im Mittel 27,44 ct je kWh, Wärmepumpen an einem gemeinsamen Zähler mit dem Haushalt 31,70 ct, jeweils mit Grundpreis und Steuern. Das Statistische Bundesamt meldet für den Haushaltsstrom im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 37,97 ct, für Haushalte über 15.000 kWh Jahresverbrauch 30,55 ct. Ein Haus mit 140 m² in Klasse E in Niedersachsen braucht mit einer Luft-Wärmepumpe und der gemessenen Jahresarbeitszahl von 3,4 rund 5.072 kWh Strom im Jahr. Das kostet mit eigenem Zähler 1.392 €, am gemeinsamen Zähler 1.608 € und zum Haushaltsstrompreis 1.926 €. Jeder Cent je kWh macht in diesem Haus 51 € im Jahr aus. Die Heizstromwerte stammen aus der Zeit vor den niedrigeren Netzentgelten 2026 und dürften heute eher zu hoch liegen.
Zwei Behörden, vier Preise
Einen einzigen „Wärmepumpenstrompreis“ gibt es nicht. Die Bundesnetzagentur fragt in ihrem Monitoringbericht jedes Jahr die Heizstromlieferanten nach ihren Preisen und unterscheidet dabei Nachtspeicher, Wärmepumpen mit gemeinsamer Messung und Wärmepumpen mit getrennter Messung. Das Statistische Bundesamt erhebt halbjährlich die Preise für Haushaltsstrom über alle Verträge, von der Grundversorgung bis zum neuen Sondervertrag. Beide Werte enthalten Arbeitspreis, Grundpreis, Netzentgelte, Umlagen und Steuern, sind also Gesamtpreise je kWh.
| Preis | ct je kWh | Stand | Kosten im Beispielhaus |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe, eigener Zähler | 27,44 | 1. April 2025 | 1.392 € |
| Haushalt über 15.000 kWh | 30,55 | 1. Halbjahr 2026 | 1.550 € |
| Wärmepumpe, gemeinsamer Zähler | 31,70 | 1. April 2025 | 1.608 € |
| Haushaltsstrom, Durchschnitt | 37,97 | 1. Halbjahr 2026 | 1.926 € |
Die Bundesnetzagentur hat die Lieferanten für einen Jahresverbrauch von 7.500 kWh gefragt und die Antworten nach Menge gewichtet. Wer deutlich weniger verbraucht, zahlt je kWh etwas mehr, weil der Grundpreis auf weniger Kilowattstunden fällt. Die Zahlen von Destatis gelten für das erste Halbjahr 2026; die Heizstromwerte stammen vom Frühjahr 2025 und sind damit die ältere Quelle.
Woraus der Preis besteht
Nach der Aufschlüsselung der Bundesnetzagentur macht der Teil, den der Lieferant selbst bestimmt, also Einkauf, Vertrieb und Marge, ungefähr die Hälfte des Heizstrompreises aus. Der Rest sind Netzentgelte, Messstellenbetrieb, Konzessionsabgabe, Umlagen, Stromsteuer und Umsatzsteuer. Genau dort liegt der Vorteil der getrennten Messung: Für Strom, der über einen eigenen Zählpunkt in die Wärmepumpe fließt, entfallen nach § 22 EnFG die KWK-Umlage und die Offshore-Netzumlage. Dazu kommen ein niedrigeres Netzentgelt, weil der Netzbetreiber die Wärmepumpe steuern darf, und eine geringere Konzessionsabgabe. Was der zweite Zähler kostet und welche Netzentgelt-Module es gibt, erklärt Wärmepumpentarif.
Warum die Werte für 2026 eher zu hoch sind
Das Statistische Bundesamt meldet, dass Strom für Haushalte im ersten Halbjahr 2026 günstiger geworden ist als im zweiten Halbjahr 2025, und nennt als wichtigen Grund die niedrigeren Netzentgelte nach der Bezuschussung der Netzbetreiber durch den Bund. Diese Entlastung ist in den Heizstromwerten vom April 2025 noch nicht enthalten. Eine neuere amtliche Erhebung für Wärmepumpentarife gibt es noch nicht. Wer mit 27,44 ct rechnet, ist deshalb eher vorsichtig unterwegs. Für eine eigene Entscheidung zählt ohnehin das Angebot, das für Ihre Adresse gilt.
Verbrauch mal Preis: die Rechnung im Jahr
Die Stromkosten sind das Produkt aus zwei Zahlen. Den Preis kennt man aus dem Vertrag, den Verbrauch muss man schätzen. Im Beispielhaus braucht eine Luft-Wärmepumpe bei der im Bestand gemessenen Jahresarbeitszahl von 3,4 rund 5.072 kWh, eine Erdwärmepumpe mit 4,3 nur 4.011 kWh (Fraunhofer ISE). Läuft die Luft-Wärmepumpe so schwach wie die schlechteste Anlage der Messung, sind es 6.633 kWh, so gut wie die beste nur 3.519 kWh.
| Jahresarbeitszahl | Strom im Jahr | eigener Zähler | Haushaltsstrom |
|---|---|---|---|
| 2,6 | 6.633 kWh | 1.820 € | 2.518 € |
| 3,4 | 5.072 kWh | 1.392 € | 1.926 € |
| 4,9 | 3.519 kWh | 966 € | 1.336 € |
Die Tabelle zeigt, dass die Effizienz der Anlage den Strompreis überholen kann: Eine gut eingestellte Wärmepumpe am teuren Haushaltsstrom kommt billiger weg als eine schlecht laufende am günstigen Tarif. Ihren eigenen Verbrauch aus Gasrechnung oder Wohnfläche ermittelt Wärmepumpe Stromverbrauch.
Ihre Effizienzklasse
Klasse
E
| Endenergie im Jahr | 18.850 kWh |
| Strom einer Luft-Wärmepumpe | 4.801 kWh |
Referenzklima, ohne Korrektur für Ihr Bundesland.
Ein Angebot richtig lesen
Drei Angaben entscheiden, ob ein Angebot zu den Durchschnittswerten passt. Erstens der Arbeitspreis je kWh, bei einem Zweitarifzähler getrennt für Hoch- und Niedertarif, also für die übrigen Zeiten und die Schwachlastzeiten. Zweitens der Grundpreis im Jahr, bei einem eigenen Zähler zusätzlich das Entgelt für den Messstellenbetrieb. Teilt man alle festen Beträge durch den erwarteten Verbrauch und addiert den Arbeitspreis, erhält man den Gesamtpreis je kWh, wie ihn die Tabelle oben zeigt. Drittens Laufzeit und Preisgarantie: Ein günstiger Preis für zwölf Monate sagt wenig über die zwanzig Jahre, die eine Wärmepumpe laufen soll. Wer Angebote vergleicht, rechnet jedes mit demselben Jahresverbrauch durch, etwa den 5.072 kWh aus dem Beispielhaus oder dem eigenen Wert aus dem Rechner.
Was das für die Entscheidung bedeutet
Für den Vergleich mit einer Gasheizung zählt der Abstand zwischen Strom- und Gaspreis, geteilt durch die Effizienz. Den Preis einer Kilowattstunde Wärme für jede Heizung stellt Heizkosten Vergleich nebeneinander. Ob sich der Wechsel mit Anschaffung und Zuschuss rechnet, zeigt Wärmepumpe oder Gasheizung, und den vollständigen Betrieb mit Ihrem Strompreis rechnet der Wärmepumpe Rechner. Wer erst noch kauft, findet den Zuschuss unter KfW 458.